Psychiatrische Kliniken besser ausstatten – massive Kritik in mündlicher Anhörung

Veröffentlicht am 10.07.2019 in Landespolitik

Psychiatrische Kliniken besser ausstatten – massive Kritik in mündlicher Anhörung

Bild: Angelika Aschenbach

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, hat sich nach einer mündlichen Anhörung, die die SPD-Landtagsfraktion durchgeführt hat, überzeugt gezeigt, dass die Vorkommnisse am Klinikum Frankfurt/Höchst kein Einzelfall seien. Sommer sagte dazu am Mittwoch in Wiesbaden: „Es wurde von allen Experten bestätigt, dass strukturelle Mängel in psychiatrischen Kliniken immer wieder zu Missständen führen können, die eine massive Belastung für Patienten und Personal zur Folge haben und nicht nur Akutstationen betreffen. Wir haben das Gespräch mit Expertinnen und Experten aus psychiatrischen Kliniken gesucht, um uns ein Gesamtbild zu verschaffen und nicht nur auf Medienberichte zu reagieren. Die Anhörung zeigt, dass es Handlungsbedarf gibt. Wir werden uns dafür einsetzen, die Bedingungen für Patienten wie Mitarbeiter zu verbessern.“

So sei in der Anhörung vorgetragen worden, dass in den Kliniken oft nur mit einer Minimalbesetzung gearbeitet werde. „Das Arbeitsschutzgesetz werde zum Teil nicht eingehalten, Überlastungsanzeigen finden keinerlei Beachtung“, so Sommer weiter. Psychiatrische Pflege sei Betreuungsarbeit und müsse menschenwürdig erfolgen. Dazu gehöre auch eine Bezugspflege, die sich nicht auf Bezugskontakte von wenigen Minuten reduzieren dürfe. Therapeutische Maßnahmen oder eine ambulante Nachsorge könnten nur am Rande beziehungsweise gar nicht mehr geleistet werden. „Um hier Abhilfe leisten zu könnten, brauchen die Kliniken dringend mehr Personal, eine bedarfsgerechte Personalplanung und ein solides Ausfallmanagement“, forderte Sommer. Dies untermauere auch die Aussage von Experten, nach der erstmalig die psychische Belastung häufigster Grund für Krankheitsmeldungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei.

Ein dringender Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sei darüber hinaus, Reinigungsdienste nicht mehr auszugliedern sondern sie wieder dem Kernbereich zuzuordnen, denn damit seien Verstöße gegen die Hygiene-Vorschriften besser vermeidbar.

 
 

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