Schwarz-Grün vernachlässigt politische Bildung an beruflichen Schulen

Veröffentlicht am 04.04.2018 in Landespolitik

Christoph Degen: Schwarz-Grün vernachlässigt politische Bildung an beruflichen Schulen

Die Konzeptionslosigkeit der Landesregierung beim Politikunterricht an Beruflichen Schulen mache fassungslos, stellt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, angesichts der Antwort auf die Kleine Anfrage betreffend politische Bildung an Beruflichen Schulen (Drucksache 19/5842) fest. Demnach musste die Landesregierung eingestehen, dass überhaupt nur 52,2 Prozent der Lehrkräfte, die Politikunterricht erteilen, über eine entsprechende Lehrbefähigung verfügen. Zudem werde der Unterricht im Fach „Politik und Wirtschaft“ an den hessischen Berufsschulen überwiegend noch auf der Grundlage eines Bildungsplans aus dem Jahr 1965 erteilt. Es sage eine Menge über den Stellenwert aus, den CDU und Grüne der politischen Bildung einräumten, wenn die Mehrzahl der 184.000 Berufsschüler entlang eines über 50 Jahre alten Konzepts unterrichtet würden, so Degen.

„Wir brauchen dringend einen neuen Lehrplans und eine Aufwertung der politischen Bildung an den Beruflichen Schulen. Das gilt übrigens auch für die Haupt- und Realschulen, wo der Politikunterricht im Vergleich zum Gymnasium verschwindend gering ausfällt“, forderte Christoph Degen. „Wer sich in der heutigen Zeit mit Konzepten aus der Mitte des letzten Jahrhunderts zufrieden gibt, hat entweder keine Ahnung von Bildungspolitik oder verschließt die Augen vor den aktuellen Herausforderungen.“

Die Landesregierung schreibe in der Antwort auf die Kleine Anfrage, die Bildungsziele seien „prägnant und zielgerichtet formuliert“ und hätten nach wie vor Gültigkeit. Dabei gehe es im Unterricht, gerade im Fach Politik, seit langem nicht mehr um die reine Inhaltsvermittlung. Wesentlich sei ein kompetenzorientiertes Lernen, das die Landesregierung aber völlig verschlafen habe. Christoph Degen sagte: „Demokratie zu lernen bedeutet, Analysekompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz aufzubauen, die sich in der Schule auf verschiedenen Ebenen ausdrücken. Die politischen Zusammenhänge sind komplizierter geworden, demokratische Werte werden zunehmend von populistischen und extremistischen Bewegungen angegriffen und in Frage gestellt. Hier brauchen wir dringend ein neues Konzept für unsere Schulen. Solch ein neues Konzept muss die Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Arbeit unterstützen, es muss partizipative Ansätze in allen Klassenstufen stärken und die Diskursfähigkeit der Schülerinnen und Schüler verbessern. Die Beruflichen Schulen sind oft die letzte Chance, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beizubringen, wie das demokratische System in Deutschland aufgebaut ist, wie es in der Praxis funktioniert und wie die Schülerinnen und Schüler unsere Demokratie mitgestalten können. Diese Chance müssen wir nutzen, statt sie gleichgültig aus der zu Hand geben.“

 
 

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