Wasserversorgung

Der Klimawandel ist auch hier in Brachttal bemerkbar und gefährdet die Sicherheit unserer lebensnotwendigen Trinkwasserversorgung. Wir wollen deshalb sicherstellen, dass die Brachttaler Bürger*innen auch in in Zukunft sicher und mit qualitativ hochwertigem Wasser versorgt werden.

Presse

22.12.2021 - Pressemitteilung zu einem nachhaltigen Wasserkonzept

 

SPD Brachttal fordert kommunales Wasserkonzept

Anfang des Jahres hat die Brachttaler SPD bereits einen 10-Punkte-Plan zur Wasserversorgung erstellt, an dessen Umsetzung die Partei seitdem arbeitet. „Der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderung bei der Wasserförderung“, erläutert der Juso-Vorsitzende Jan Luca Woratschek und merkt an: „Es wird neue Konzepte brauchen, um auf eine sich wandelnde Umwelt zu reagieren.“ Daher hat sich die Brachttaler SPD im Rahmen der Beantragung der Wasserrechte in mehreren Gesprächen mit dem Wasserverband kritisch auseinandergesetzt, einen umfangreichen Fragenkatalog erarbeitet und die Antworten des Wasserverbandes intensiv und kritisch diskutiert.
Extrem trockene Sommer haben zur Austrocknung des Bodens in vielen Gebieten geführt. Das ist auch im Gebiet Brachttals der Fall. Entscheidend für eine nachhaltige Wasserentnahme sind hier die Wiederanstiegszeiten des Grundwasserspiegels und der Entnahmehorizont in über 100 m Tiefe. Die Wiederanstiegszeiten in Neuenschmidten-Nord sind relativ kurz und werden regelmäßig kontrolliert.  Zwischen der Oberfläche und der Entnahme liegen lt. anerkannten wissenschaftlichen Gutachten wasserundurchlässige Schichten, somit ist die Trinkwasserentnahme in Neuenschmidten-Nord nicht die Ursache für die trockenen Böden in diesem Gebiet. Sonst wäre hier die landwirtschaftliche Nutzung wie z.B. der Maisanbau nicht mehr möglich.
Anders gestaltet sich die Sache im Gebiet Neuenschmidten-Süd, wo die Wasserförderung nachweislich mit wasserführenden Schichten knapp unter der Grasnarbe verbunden ist. Hier ist die Einhaltung der Mindestgrundwasserstände ca. 1 m unter der Grasnarbe sehr wichtig. Die SPD fordert daher, dass in Brachttal weiterhin ein ausgeprägtes Monitoring des Grundwassers stattfindet und die Mindestgrund-wasserstände im Bereich Neuenschmidten-Süd eingehalten werden. Der Wasserverband muss den Verantwortlichen der Gemeinde Brachttal dazu unaufgefordert jährlich ausführlich Bericht erstatten.  
Die SPD wird sich auch in Zukunft intensiv mit diesen Berichten auseinandersetzen, die Einhaltung der Grundwasserstände überprüfen und entsprechend Rechenschaft einfordern. Der Gemeindevorstand Brachttal hat eine rechtliche Stellungnahme zur Vergabe der Wasserrechte an eine Rechtsanwaltskanzlei vergeben. Die SPD würde begrüßen, wenn dieser Bericht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, um mehr Transparenz herzustellen.   
Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Woratschek übt zudem Kritik am Wasserverband: „Nicht nur die Gemeindevertretung, sondern alle Bürger sollten mindestens einmal jährlich transparent informiert werden, inwieweit die Standards einer nachhaltigen Trinkwasserentnahme eingehalten werden“. „Dies könnte endlich zur Aufklärung vieler Fragen und dem Ausräumen einiger Bedenken der Brachttaler Bürger führen“, ergänzt der SPD-Vorsitzende Daniel Goffitzer.
Das Fazit der SPD ist, dass die Auswirkungen des Klimawandels uns zwingen, das Thema Wasser grundlegend neu zu denken und umfassende Konzepte neu zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Trinkwasserförderung, sondern auch um den Hochwasserschutz und den Umgang mit Oberflächenwasser. „Mir ist nicht bekannt, dass die Gemeinde Brachttal ein ganzheitliches kommunales Wasserkonzept hat. Als Klimakommune sollte Brachttal hier vorangehen“, fordert Prof. Dr. Herbert Woratschek. Die sachliche Auseinandersetzung mit der Trinkwasserentnahme und dem Hochwasserschutz hat gezeigt, dass dieses komplexe Thema nur mit Hilfe von Experten anzugehen ist und dafür auch eine langfristige Planung benötigt. Hierfür sollten auch finanzielle Mittel in der Gemeinde Brachttal eingeplant werden. Prof. Dr. Herbert Woratschek fordert weiter, dass auch hier der Wasserverband seiner weiteren Aufgabe nachkommt und ein Konzept zum Schutz von Birstein bis Brachttal entwickelt, was im Fazit auch die Unterlieger bis nach Hanau vor Hochwasser und Starkregen schützt.
Daniel Goffitzer meint, „dass im neuen Haushalt für 2022 zwar 50.000 € für Hochwasserschutz-maßnahmen und Geröllfänge sowie 10.000 € für mobilen Hochwasserschutz eingeplant sind, aber dennoch kein umfassendes Investitionskonzept dargelegt wird. Jan Luca Woratschek ergänzt: „Keiner will, dass aufgrund der Trockenheit keine Obstbäume mehr blühen und aufgrund von Hochwasser Menschen sterben. Anstatt einseitiger Schuldzuweisungen sollten wir alle gemeinsam neue Konzepte zur effizienten Sicherstellung der Wasserversorgung und zum effektiven Hochwasserschutz umsetzen“.

10-Punkte Plan

Hier der von uns entwickelte 10-Punkte-Plan, den wir angehen werden:

 

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